Gemeinsam für Lebensqualität zuhause
Pia Baur besuchte die Spitex Flaachtal, um sich ein Bild von deren Arbeit, Herausforderungen und Entwicklungen zu machen. Dabei wurde deutlich, dass die Organisation als Verein strukturiert ist und von sechs Partnergemeinden getragen wird, die im Rahmen einer Leistungsvereinbarung eine Defizitgarantie sicherstellen.
Trotz dieser stabilen Grundlage, so Geschäftsführerin Daniela Grob, stösst die Spitex zunehmend an infrastrukturelle Grenzen, da die aktuellen Räumlichkeiten den wachsenden Anforderungen nicht mehr gerecht werden. Deshalb werden neue Lösungen geprüft, etwa im Zusammenhang mit einem geplanten Gesundheitszentrum in Henggart. Dieses soll verschiedene Angebote wie ärztliche Versorgung, Physiotherapie, Wohnraum und die Spitex unter einem Dach vereinen, befindet sich jedoch noch im politischen Abstimmungsprozess. Ein zentraler Erfolgsfaktor für die Spitex Flaachtal ist die enge regionale Zusammenarbeit. Im Zürcher Weinland sind vier Spitex-Organisationen gut miteinander vernetzt und arbeiten in verschiedenen Bereichen eng zusammen. Diese Kooperation ist insbesondere für kleinere Organisationen von grosser Bedeutung, um langfristig bestehen zu können. Aktuell wird beispielsweise ein gemeinsames Projekt zur Ausbildung von HF-Studierenden im Pflegebereich umgesetzt. Ziel ist es, einen Ausbildungsverbund zu schaffen, der eine qualitativ hochwertige praktische Ausbildung sicherstellt, gezielt Nachwuchs rekrutiert und nachhaltige Personalstrategien fördert. Dieses Projekt wurde von der Gesundheitsdirektion des Kantons Zürich als förderungswürdig anerkannt und wird entsprechend unterstützt.
Darüber hinaus sind weitere gemeinsame Initiativen geplant, etwa im Bereich der Weiterbildung (z. B. Notfallkurse wie AED und BLS), der Aufbau eines Personal-Springerpools oder die Organisation von Nachtdiensten. Auch im Alltag zeigt sich die Kooperation: Die Organisationen helfen sich gegenseitig personell aus und führen regelmässig gemeinsame Erfahrungsaustausche im psychiatrischen Fachbereich durch, ergänzt durch spezifische Weiterbildungen.
Ein weiteres Beispiel für erfolgreiche Zusammenarbeit ist die Kooperation mit dem Alterswohnheim Flaach. Dort werden Mahlzeiten für Klientinnen und Klienten zubereitet, während die Spitex die gesamte Organisation und Verteilung übernimmt. Täglich werden etwa 15 bis 20 Mahlzeiten durch Pflegehilfspersonal und Lernende ausgeliefert. Dieses Angebot ergänzt die klassischen Pflegeleistungen und trägt wesentlich zur Unterstützung der betreuten Personen im Alltag bei.
Neben dem Mahlzeitendienst bietet die Spitex Flaachtal weitere Leistungen an. Dazu gehören Betreuungsangebote zur Entlastung von Angehörigen im Rahmen von „Spitex Plus“ und eine neue Abklärungsstelle für Zusatzleistungen (ZLV). Ein besonderes Kommunikationsmittel stellt die zweimal jährlich erscheinende Spitex-Zeitung dar, die kostenlos an alle Haushalte im Einsatzgebiet verteilt wird und zur Information sowie zur Stärkung der regionalen Verankerung beiträgt.
Im Austausch mit dem Spitex-Verband wurde positiv hervorgehoben, dass dieser unter neuer Führung präsenter und dynamischer wahrgenommen wird. Digitale Vernetzungsinstrumente wie Beekeeper werden geschätzt. Gleichzeitig besteht der Wunsch nach klareren Vorgaben, insbesondere bei rechtlichen Fragestellungen, anstatt sich stark auf kollektive Einschätzungen zu verlassen. Die Unterstützung durch den Verband wird insgesamt als sehr schnell und hilfreich erlebt.
Das Leitmotiv der Organisation bringt Frau Grob mit den Worten „Gemeinsam für Lebensqualität zuhause“ auf den Punkt.
Für Baur war der Besuch eindrücklich: Sie zeigte sich beeindruckt von der kontinuierlichen Weiterentwicklung der Spitex Flaachtal und dem Engagement der Mitarbeitenden. Trotz politischer und struktureller Herausforderungen wird deutlich, mit wie viel Einsatz und Herzblut die Organisation arbeitet und wie wichtig ihre Leistungen für die Bevölkerung sind. Gerade in kleineren Strukturen zeigt sich, wie unverzichtbar solche Angebote für die Sicherstellung der Versorgung und Lebensqualität im häuslichen Umfeld sind.